Gemeinde Altheim

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Katholische Kirchengemeinde Altheim und Waldhausen

Die Kirchengemeinde Altheim gehört zur Seelsorgeeinheit Riedlingen, welche insgesamt acht Kirchengemeinden umfasst. (Riedlingen, Neufra, Altheim mit Waldhausen, Heiligkreuztal, Zwiefaltendorf, Daugendorf, Grüningen, Zell-Bechingen)

Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit und Pfarrer für Altheim
Walter Stegmann
Kirchstraße 1
88499 Riedlingen
Tel.: 07371/93350
Team:
Pfarrer Dr. Mayanja Gonzaga Lutwana, Daugendorf (Pfarrvikar)
Frau Patricia Engling (Gemeindereferentin)

Pfarramtssekretärinnen:
Sabine Locher-Lehr und Thi Bich Huyen Bui
Pfarrgasse 1
88499 Altheim
Tel.: 07371 8474, Fax: 07371 13642
stmartinus.altheim(@)drs.de

Öffnungszeiten:
Dienstag von 09:00 bis 11:30 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch von 09:00 bis 11:30 Uhr

Kirchengemeinderat:
 
•    Claudia Baur
•    Thi Bich Huyen Bui
•    Christian Heiß
•    Matthias Zieger
•    Heinrich Münch
•    Stephanie Huber
•    Roswitha Kley
•    Marco Löw
•    Martina Zoll
•    Irmengard Kuch
 

Pfarrkirche St. Martin

Schon von weitem erkennt man Altheim am mächtigen dreigeschossigen Turm der Martinskirche mit seinen vier Giebeln, den Spitzbogenfenstern und dem Dachreiter mit dem österreichischen Doppeladler und dem lothringischen Kreuz. 
 

Wurde die Kirche auch erst 1486 geweiht und trägt der Turm die Jahreszahl 1493 als Jahr der Fertigstellung, so weist zumindest das untere Stockwerk auf eine frühere Kirche hin. Schon 1318 wird die Altheimer Kirche in einer Urkunde als Mutterkirche von Riedlingen erwähnt. 1908 bis 1911 wurde die spätgotische Kirche durch ein Querhaus und zwei Anbauten, die den Turm einbeziehen, erweitert. Von der gotischen Anlage sind neben dem Turm nur noch der Chor und die Sakristei (eine ehemalige Kapelle) erhalten geblieben.
Der an der Chorostwand aufgestellte Ölberg mit seinen spätgotischen Figuren stammt aus der 1839 abgebrochenen Michaelskapelle, die im nördlichen Kirchhof stand. Über dem Ölberg wurde von Bildhauer Gabriel Lämmle aus Riedlingen 1910 ein großes Kruzifix und eine Maria Magdalena geschaffen. Das Hauptportal ist ein modernes Bronzeportal von Professor Pater Ivo Schaible, München.
Der Innenraum ist spätbarock. Die einschiffige flachgedeckte Saalkirche, der einjochige Chor mit Spiegelgewölbe und Stichkappen und der 1911 fertiggestellte Anbau mit seiner Empore bilden architektonisch und dekorativ eine Einheit. Zwischen 1744 und 1750 wurde die gotische Kirche barockisiert. Die Altheimer haben sich die barocke Ausstattung sehr viel kosten lassen. Sie verpflichteten zwei der bekanntesten Künstler dieser Zeit in unserem Raum, den Stukkateur und Bildhauer Josef Anton Feuchtmayer (1696-1770) und den Maler Franz Josef Spiegler (1691 - 1756).
Besonders zu erwähnen ist das barocke Chorgestühl sowie die Stand- und Deckenleuchten aus Messing mit passenden Gläsern im Stile des Barock. Acht Glocken läuten am Sonntag zum Gottesdienst. 
 

Katholische Kirchengemeinde Heiligkreuztal

Geistliches Zentrum
Kloster Heiligkreuztal
Am Münster 10
88499 Heiligkreuztal

Leitung:
Monsignore Heinrich Maria Burkard
Tel.: 07371-184774
Fax.: 07371-9663368
E-Mail: info(@)gzhkt.de
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Kirchengemeinderat

•    Roland Grom (gewählter Vorsitzender)
•    Diana Erdmann
•    Martin Götz
•    Edgar Holstein
•    Beate Maier
•    Christine Pfeiffer
•    Berthold Bucher (Kirchenpfleger)
 

Münster St. Anna

Im frühen 14. Jahrhundert erstand in Heiligkreuztal das hochgotische Münster. Bei mittelalterlichen Klosteranlagen bildete die Kirche den Mittelpunkt. In Heiligkreuztal zeigt sie sich von außen mit einem hohen, schlanken und sattelgedeckten Mittelschiff. An seine Seitenwände, die durch Obergadenfenster und Strebepfeiler gegliedert sind, lehnen sich die Pultdächer zweier niedriger Seitenschiffe. Anstelle eines Glockenturms ragt der Spitzhelm eines typisch zisterziensischen Dachreiters empor. Den Westgiebel schmückt seit 1770 ein schmiedeeiserner Glockenstuhl mit einem spätbarocken Wetterglöckchen. Auf der Westseite schließt sich an das Mittelschiff ein noch älterer Sakralbau an: die Bruderkirche mit einem darüberliegenden, durch je drei hochgotische Fenster erhellten Nonnenchor. Über dem Westportal, das in seinem Scheitel die Jahreszahl 1699 trägt, die Wappen Heiligkreuztals, des Zisterzienserordens und der Äbtissin Maria Anna von Holzing.

Im Innern, dessen Fußboden mit rautenförmigen Ziegeln belegt ist, rücken zunächst die Rippengewölbe des Nordschiffs und der Nonnenempore in den Blick, in der Mitte öffnet sich dem Auge eine dreischiffige Kirche. Dabei beeindruckt das Langhaus vor allem durch seine Höhe. Seine Wände ruhen auf je drei Arkadenpfeilern. Der kreuzgewölbte Altarraum ist durch einen spätgotischen Chorbogen vom Hauptschiff getrennt. Was die Aufmerksamkeit des Besuchers aber am meisten auf sich lenkt: das große, bunte Maßwerkfenster der Ostwand. 1533 ließ Veronika von Rietheim, deren Wappen und Inschrift an der Emporen Brüstung angebracht sind, das Mittelschiff einwölben und die Gadenfenster mit Maßwerk versehen. Die nichttragenden Rippen dienen dem Schmuck des Gewölbes. Es wird in fünf sternförmige Felder unterteilt und besitzt flachreliefgezierte Schlusssteine. Farbig gefasst, zeigen sie von Ost nach West folgende Wappen: Veronika von Rietheim, Christoph von Werdenberg-Heiligenberg, Zisterzienserorden (Madonna), Heiligkreuztal (Kreuz auf Dreiberg). Je vier der von gelblichen Kugelfriesen gesäumten Rippen bündeln sich zwischen den Lichtgaden der weißgekalkten Hochwand. Die reichen, farbigen Deckenmalereien verleihen dem Raum besonderes Leben. Wie die Wandfresken am östlichsten Pfeilerpaar, der Gemäldezyklus im Ostchor und die Gewölbeornamente unter der Westempore wurden sie 1533 vom Meister von Meßkirch geschaffen. 1898 wiederentdeckt und freigelegt, schrieb P. Ansgar Pöllmann sie als erster ihm zu. Seine Farben sind umrahmendes Schwarz, Gelb, Blau, Grün und Purpurviolett. Motive mit Pflanzen, Ranken, Vasen, Tieren, Masken und Musikinstrumenten füllen die Gewölbezwickel aus und stecken voller Symbolkraft: Weinranke und Trauben für Christus, weiße Kaninchen (Mondsinnbild) für Maria. 
An den östlichsten Pfeilern des Langhauses sind zwei beliebte Zisterzienserheilige abgebildet. Auf der Südseite steht Maria vor einer Nischenarchitektur. Ihr gegenüber Bernhard von Clairvaux, der Begründer des Zisterzienserordens. 
Das große, farbige Chorfenster zählt zu den bedeutendsten südwestdeutschen Kirchenfenstern des frühen 14. Jahrhunderts und zu den ältesten figürlichen Glasgemälden des Zisterzienserordens überhaupt. Da die Heiligkreuztaler Scheiben stilistisch sehr jenen in Konstanz ähneln, werden sie dortigen Glasmalern zugeschrieben. Stifterin war die zu Füßen Mariens knieend dargestellte Äbtissin Elisabeth von Stoffeln ( 1312). Wie damals auch sonst üblich, sind darauf Christus, Maria und weitere, damals beliebte Heilige abgebildet. 

Das Altheimer Hungertuch

Der 1977 verstorbene Restaurator Hans-Peter Kneer aus Munderkingen fand im Sommer 1960 anläßlich der Restaurierung der Altheimer Pfarrkirche hinter dem Gemälde des Hochaltars ein Stück alte Leinwand mit spätgotischer Malerei. 
 
Hungertuch Bildfeld Nr. VII
Die Leinwand war offenbar als Schutz gegen die Feuchtigkeit der Wand hinter der Rückseite des Spieglerschen Altargemäldes befestigt worden. Als man die Bilder der Seitenaltäre herausnahm, ergab sich der gleiche Befund. So erhielt man drei Stücke einer einst gewaltsam zerteilten Leinwand, die sich aneinanderlegen ließen. Trotz des beklagenswerten Zustandes und der starken Verschmutzung ließ sich ein bildlicher Zusammenhang erkennen:

Zehn Bildfelder ordnen sich zu zwei übereinanderliegenden Reihen von je fünf Feldern:
I Adam unter dem Baum des Lebens
II Eva reicht den Apfel
III Vertreibung aus dem Paradies
IV Adam gräbt und Eva spinnt
V Verkündigung an Maria
VI Anbetung des Kindes durch Maria und Josef
VII Beschneidung
VIII Anbetung durch die hl. drei Könige
IX Kindermord
X Flucht nach Ägypten
Die Farben sind stark eingezogen; sie erinnern an die matte, verschleierte Farbigkeit aufgedeckter Wandmalereien. An einigen Stellen ist die Leinwand mit einem Fett durchtränkt. Diese Stellen erscheinen dunkler als die übrige Malerei, die ursprüngliche Sattheit und Leuchtkraft der Farben ist an diesen Stellen am ehesten zu erahnen. Kunstsachverständige vermuten, dass es sich bei dem Fund nur um ein Drittel eines Hungertuches handelt, also um ein sogenanntes Fragment. Das ganze Tuch würde demzufolge aus sechs Reihen zu je fünf Bildern bestanden haben. Die ursprüngliche Größe des Tuches wird auf 6,20 m x 8,50 m geschätzt. Ein Hungertuch oder Fastenvelum, auch Palmtuch genannt, ist ein Vorhang, welcher während der Fasten-und Passionszeit vor dem Altar angebracht wurde. Der liturgische Zweck dieser Verhüllung des Altars und der heiligen Messhandlung war, dem Bußcharakter der Fastenzeit Ausdruck zu verleihen, die Gläubigen an die Sündhaftigkeit der Menschen zu mahnen und zu bußfertiger Besinnung anzuhalten. In Deutschland war der Brauch, den Altar während der Fastenzeit den Blicken der Gläubigen zu entziehen, gegen Ende des 15. Jahrhunderts weit verbreitet. Veränderte liturgische Auffassungen brachten dann den Gebrauch der Hungertücher seit dem Ausgang des Mittelalters wieder zum Verschwinden. Der Maler des Altheimer Hungertuches ist nicht bekannt - Kunstexperten suchen ihn im "Ulmer Kreis". Er lebte vermutlich um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert.
Das Hungertuch entstand schätzungsweise kurz nach 1500. Es wird als wichtiges Zeugnis schwäbischer Malerei angesehen.
Das Altheimer Hungertuch hing früher während der Fastenzeit vor dem Hochaltar im Chorraum unserer Kirche. In der heutigen, 1744 umgestalteten und barockisierten Pfarrkirche kann man sich das spätgotische Tuch kaum mehr vorstellen, ohne einen empfindlichen Stilbruch zu begehen. Deshalb musste für dieses Kunstwerk auch eigens ein Raum geschaffen werden. Die Pfarrscheuer bot sich für den Ausbau eines Ausstellungsraumes geradezu an.
Das Fragment des Altheimer Hungertuches wurde von Hans-Peter Kneer, der es bei der Kirchenrenovierung fand, in den Werkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München restauriert. Der Restaurator verstand es in hervorragender Weise, die vorhandene Substanz der wertvollen Malerei zu erhalten. Die einzelnen Teile des Tuches wurden auf eine Leinenbahn geklebt. Auf jegliche Retusche wurde verzichtet.
Lediglich die teilweise unterbrochenen, gemalten Rahmenleisten der Bildfelder wurden farbig ergänzt. Das spätgotische Hungertuch ist uns so unverändert erhalten geblieben. Obwohl nur fünf der zehn Bildfelder auch nach der Restaurierung die bildlichen Darstellungen ohne Schwierigkeiten erkennen lassen, die Farben verblasst und teilweise abgeblättert sind, stellt das Fragment des Altheimer Hungertuches eine Kostbarkeit von hohem kunstgeschichtlichem Rang dar, denn gotische Malereien auf Leinwand sind in unserer Zeit nur noch sehr vereinzelt vorhanden.
Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich.
Pfarrbüro Altheim
Sabine Locher-Lehr und Thi Bich Huyen Bui
Pfarrgasse 1, 88499 Altheim
Tel.: 07371/8474
E-Mail schreiben
 

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